Was geschah mit Herculaneum?

Das Jahr ist sicher, der Tag nicht. Die Tradition nennt den 24. August, doch aktuelle archäologische Belege deuten auf den Herbst 79 n. Chr. hin – daher drucke ich kein Datum, das die Belege nicht tragen. Was der Ausbruch bewirkte, ist klarer: Er schob die Küste nach außen, sodass die Fornici, die gewölbten Bootshäuser, in denen ab 1980 Skelette gefunden wurden, heute etwa 400 Meter vom Meer entfernt liegen. Die über 1.800 verkohlten Schriftrollen der Villa dei Papiri machten die Stätte berühmt, auch wenn die Villa selbst geschlossen ist. Die moderne Stadt darüber, meine Stadt, heißt Ercolano – bis 1969 Resina. Wie sich das Schicksal von Herculaneum mit dem von Pompeji vergleicht, lesen Sie auf der Vergleichsseite.
Die Geschichte wirkt anders, wenn man auf den Straßen steht, in denen sie sich ereignete. Die zweistündige Führung mit Archäologe unten erzählt sie vor Ort.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Skelette in Herculaneum echt?
Ja. Über 300 Skelette, die ab 1980 in den Fornici, den gewölbten Bootshäusern an der antiken Küstenlinie, ausgegraben wurden, sind echte menschliche Knochen. Pompejis berühmte Figuren sind Gipsabgüsse von Hohlräumen. Die Fornici sind Teil des normalen Besuchs; sie stehen auf der Liste der Sehenswürdigkeiten.
An welchem genauen Tag zerstörte der Vesuv Herculaneum?
Das Jahr ist sicher: 79 n. Chr. Der Tag ist umstritten. Das traditionelle Datum ist der 24. August, doch aktuelle archäologische Belege deuten auf den Herbst dieses Jahres hin – wer also ein einziges Datum mit Bestimmtheit angibt, eilt den Belegen voraus.
Wird Herculaneum noch ausgegraben?
Der Großteil der antiken Stadt, etwa drei Viertel, liegt noch unter dem modernen Ercolano begraben, und die Villa dei Papiri ist wegen Ausgrabungen und Barrierefreiheitsarbeiten geschlossen, ohne angekündigte Wiedereröffnung. Was geöffnet ist, füllt trotzdem zwei bis drei Stunden bequem aus.